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Der traumasensible Ansatz

Ich habe mich über Jahre hinweg auf eine traumasensible Beratung spezialisiert und glaube fest daran, dass dieser Blickwinkel den bestmöglichen Ansatz für langfristige Heilung bietet. Manche wissen, dass sie einem Trauma ausgesetzt wurden, andere fragen sich „bin ich eigentlich traumatisiert“? Meine Antwort ist: Ein Trauma ist eine überwältigende Bedrohung (aus der Vergangenheit oder auch aus dem Hier und Jetzt), mit der man nicht umzugehen weiß.

 

Wenn wir also von Trauma sprechen, denken wir normalerweise an ein schreckliches Ereignis, das einer Person widerfährt. Aber das ist nicht die einzige Form von traumatischem Erleben, die es gibt: Trauma muss nicht nur auf dramatische Ereignisse beschränkt sein, sondern kann auch durch anhaltenden Stress oder sich wiederholende belastende Situationen ausgelöst werden! Das Ergebnis eines Traumas ist eine Trennung von sich selbst bzw. eine Unterbrechung der Verbindung zu uns selbst und tritt immer dann auf, wenn es zu schmerzhaft ist, wir selbst zu sein.

Siehe hierzu auch meinen Blog, in dem ich genauer erkläre, welche Arten von Traumata es gibt. 

Hoffnungslose Frau mit Händen vor Gesicht
Junge traurige und verzweifelte Frau

Wenn bereits in der Kindheit starke Gefühle wie Trauer, Angst und Schmerz auftreten und das Kind keine Möglichkeit hat, diese mit jemandem zu teilen, dann hat es sehr begrenzte Möglichkeiten mit den überwältigenden Gefühlen umzugehen. In dieser Situation neigt das Kind dazu, sich von diesen schmerzhaften Gefühlen abzuspalten, um sie zu vermeiden. Diese Abkapselung von sich selbst führt zu einem Verlust des Selbst. Es entsteht eine Dissoziation, bei der das Kind sich von sich selbst entfremdet. Das kann eine lebenslange Dynamik auslösen.

Bei erheblichem Stress mobilisiert der Körper eine beträchtliche Menge an Energie. Falls diese Energie nicht durch eine unterstützende, stabilisierende Interaktion mit einer vertrauenswürdigen Person abgebaut werden kann, bleibt sie im Körper blockiert. Diese angesammelte Energie kann im Laufe der Zeit zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Schmerzen, anhaltende Erschöpfungszustände, Depressionen und andere Folgen von Traumata.

Traumasensible Beratung kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, darunter Psychotherapie, Beratungsdienste, medizinische Versorgung und soziale Arbeit. Das Ziel besteht darin, den betroffenen Personen zu helfen, ihre Traumata zu verarbeiten, ihre Stärken wiederzugewinnen und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Bei der traumasensiblen Beratung stehen vier grundlegende Prinzipien im Vordergrund:

Drei Türme aus Steinen auf Holzsteg vor Himmel
01.

Sicherheit und Stabilität

Es ist wichtig, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der sich die betroffene Person wohl und geschützt fühlt. Das umfasst sowohl physische als auch emotionale Sicherheit.

02.

Verständnis für Trauma

Der Berater sollte über ein fundiertes Verständnis für die Auswirkungen von Trauma verfügen und die individuellen Erfahrungen und Reaktionen der Person respektieren. Es geht darum, Empathie zu zeigen und die Perspektive des Betroffenen zu verstehen.

03.

Traumatisierte Menschen haben oft das Gefühl, die Kontrolle über ihr Leben verloren zu haben. In der traumasensiblen Beratung werden sie ermutigt, Entscheidungen zu treffen und die Kontrolle über ihren eigenen Heilungsprozess zurückzugewinnen.

04.

Verbundenheit und Unterstützung

Eine positive therapeutische Beziehung, die von Vertrauen, Respekt und Einfühlungsvermögen geprägt ist, ist entscheidend. Die Unterstützung durch soziale Netzwerke und die Einbeziehung von Unterstützungssystemen kann ebenfalls hilfreich sein.

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